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~*Es war einmal...

Eine kleine Geschichte zu Ragnarok, mit der ich 2005 am Ragnarok Schreibwettbewerb teilgenommen habe.
Die Bedingungen waren:


- maximal zwei Wordseiten
- Schriftgröße 10-12
- Schriftart Arial
- beendete Geschichte
- verbindung zum Spiel

Leider hab ich nicht gewonnen^^
Aber immerhin einer der sieben 2. Plätze <3




~*Der wertvollste Schatz Midgards*~

~* Einst kam eine Sage in Umlauf und durchwanderte ganz Midgard bis jeder dort einmal von ihr gehört hatte. Sie ging von Mensch zu Mensch, von Stadt zu Stadt, und jeder der von ihr hörte, vergaß sie niemals wieder. Die Sage spricht von einem großen Schatz, dem größten im ganzen Königreich Midgard. Sie erzählt von dem Wertvollsten des Landes. Tausende Krieger, Magier, Jäger, Heilige, sowie Diebe und Schattenkrieger brachen auf um ihn zu finden und den wertvollsten Schatz des Landes an sich zu bringen. *~

„Was soll das heißen?“ Ärgerlich starrte der junge Dieb seinen Gegenüber aus stahlgrauen Augen an. „Das bedeutet, dass nicht jeder unsere Stadt betreten darf.“, erwiderte dieser jedoch nur trocken und seiner Stimme schien jegliche Emotion zu fehlen. „Ich bin aber nicht jeder! Ich habe den weiten Weg bis hierher gemacht und will endlich in diese Stadt!“ Kagé war noch nicht bereit aufzugeben, obwohl seine Chancen anscheinend schlecht standen.
Der Wächter am Eingangstor der Stadt Yuno machte nicht den Anschein, als wollte er den Schwarzhaarigen jemals passieren lassen. Bereits seit einer halben Stunde versuchte ihn Kagé zu überreden, dass er durch das Tor schreiten durfte, leider erfolglos. Noch immer stand er außerhalb der meterdicken braunen Mauern, die aus dem Felsen gehauen waren und sich majestätisch vor ihm erhoben.
Sie schützten Yuno vor jeglicher Art von Eindringlingen und verbarg die Geheimnisse der Weisen, die sich mit ihrer Gilde hier niedergelassen hatten. Genau aus diesem Grund war Kagé auch zu dieser Stadt aufgebrochen. Die Stadt der Weisen war die einzige, über die nicht viel bekannt war und die voller Geheimnisse steckte. Also der ideale Ort für einen Schatz der genauso mysteriös und groß sein sollte wie der Torwächter vor ihm stur war.
„Nun lass mich schon durch, wenigstens um hier eine halbe Stunde zu verweilen, damit ich weiterreisen kann!“ verlegte sich der Dieb aufs Betteln, doch auch das erweichte den grimmig dreinschauenden Mann vor ihm nicht.
Stattdessen verschränkte er nur die Arme vor der Brust, so dass die stählerne Rüstung kurz klirrte. Gerade wollte der Schwarzhaarige erneut dazu ansetzen, etwas zu sagen, doch dazu kam er nicht mehr, denn eine weitere Stimme unterbrach ihn. „Gibt es Ärger Keibi?“ Wurde eine Frage an den Torwächter gerichtet, der sich daraufhin kurz umdrehte.
Hinter ihm kam eine Person zum Vorschein die anscheinend vorhatte die Stadt zu verlassen, denn die Kapuze der hellen Sachen war tief ins Gesicht gezogen und über der Schulter hing eine Reisetasche. An der Stimme und dem schmalen Körperbau vermutete Kagé eine Frau. Anscheinend gehört sie der Gilde der Mönche an, zumindest erweckte ihre Aufmachung diese Annahme.
„Oh, nein, dieser Dieb will nur unbedingt in die Stadt und gibt keine Ruhe. Seit mehr als einer halben Stunde strapaziert er meine Nerven.“, antwortete Keibi sofort und wandte sich dabei wieder dem Schwarzhaarigen zu. Dieser wurde erneut aus zwei Augenpaaren gemustert. „Yuno ist nichts für dich, Kleiner!“, meldete sich die Frau zurück. „Ich werde dich ein Stück begleiten, bis du Yuno und das Land um diese Stadt verlassen hast. Komm wieder, wenn du erwachsen genug bist!“, meinte sie trocken, schritt noch während ihrer Worte am Torwächter vorbei und ergriff Kagé am Handgelenk, um ihn mitzuziehen.
Anscheinend hatte sie durchaus mit Gegenwehr gerechnet, denn obwohl sich der Schwarzhaarige dagegen stemmte gelang es ihr dennoch ihn mit sich zu ziehen, in die wüstenähnliche Ebene vor der Stadt.

Erst als beide das trockene Land erreicht hatten, lockerte sich der Griff um Kagés Handgelenk, so dass er sich losmachen konnte. „Was soll denn das? Ich muss in diese Stadt und du schleppst mich weg! Seid ihr euch alle zu fein, einen Dieb hineinzulassen?“, wetterte er sofort los und der Frust war deutlich aus seiner Stimme herauszuhören.
„Du hast gehört, dass du Yuno nicht betreten darfst, sei also froh, dass ich dich durch diese Gebiete hier begleite, hier leben nicht gerade die angenehmsten Lebewesen. Selbst Pflanzen sind hier gefährlich.“, kam es trocken zurück und dabei verzog sie keine Miene. „Pah, ich komm auch gut alleine zurecht. Du musst mich nicht belehren!“ Verärgert starrte er in die smaragdgrünen Augen, die unter ein paar Ponysträhnen hervorblitzten und ebenso verschlossen schienen wie der Mensch, dem sie angehörten.
Nur eines schien man aus ihnen lesen zu können, Sarkasmus pur, mit denen diese unergründlichen Seen auf ihn herabsahen und die Wut in dem jungen Dieb nur noch mehr anstachelten.
„Ich werde euch schon noch zeigen, dass ich es wert bin eure tolle Stadt zu betreten! Und auch, dass ich hier alleine zurecht komme! Ich lass mich doch nicht von meinen Plänen abbringen, Midgards Schatz wird mir gehören!“, brachte Kagé hervor, als er sich zum Gehen wandte und mit jedem Wort war seine Stimmer lauter geworden. „Midgards Schatz?“, kam es nur monoton von seiner ungewünschten Begleiterin. „Tu was du nicht lassen kannst, aber ich glaube, du weißt genauso wenig wie alle, die diesen Schatz suchen, was er ist!“ „Was soll er schon sein? Gold, Juwelen, die schönsten Diamanten, Schmuck, von dem jede Frau träumt, das wird er sein und er wird mich reich machen und mir Beachtung und Ansehen einbringen!“ Mit diesen Worten machte er sich auf den Weg das trockene Land zu durchqueren, gefolgt von einem weiblichen Mönch, der das zuletzt Gesagte einfach wortlos hinnahm.

Seit mehr als einen Tag durchstreifte Kagé jetzt die Gegend um Yuno und bisher war er seine unfreiwillige Begleitung nicht losgeworden und auch die Versuche, dann wenigstens ein Gespräch anzufangen, waren daran gescheitert, dass sie mehr als wortkarg war. Gerade mal den Namen von ihr hatte er erfahren. Hikari hieß sie, und anscheinend wusste sie durchaus einiges über Midgard und auch über den von Kagé so begehrten Schatz. Aber nicht ein Wort verlor die Frau mit dem schneeweißen Haaren darüber. Stattdessen lief sie meist stumm einige Schritte hinter dem jungen Dieb und achtete auf die Umgebung und deren Lebewesen, die durchaus aggressiv waren.
Doch bisher hatte sich ihnen keines genähert und Kagé bedauerte das sogar schon fast, denn sonst hätte er wenigstens beweisen können, dass er stark genug war hier zurecht zu kommen und den Wert besaß, Yuno zu betreten, denn sein Vorhaben hatte er noch immer nicht abgeschrieben. Auch heute schien der Schwarzhaarige nicht mehr Glück zu haben, aber anders als er dachte.
Im Gegensatz zu den letzten Stunden, in denen nirgendwo auch nur ein Getier aufgetaucht war, erhob sich nun eine Harpie über ihnen am Himmel. Ihr lautes Gekreisch erweckte sofort die Aufmerksamkeit der beiden Reisenden und lenkte deren Blinke gen Himmel, wo das vogelhafte Monster direkt auf sie herunterschoss und ihre weit geöffneten Schwingen mit dem bunten Gefieder ihr einen Ausdruck von Grauen und Anmut verliehen.

Für einen kurzen Moment schien dem Schwarzhaarigen die Angst und Faszination sämtliche Glieder zu lähmen, bevor er von einem erneuten Schrei der Harpie aus seiner Starre gerissen wurde und flink nach seinem Messer griff. Das war der Moment, den er so sehnsüchtig erwartet hatte, jetzt konnte er sich beweisen. Mit einem Grinsen auf den Lippen blieb er auf der Stelle stehen, den Blick nach oben gerichtet und seinen Dolch dem Ungeheuer entgegen streckend, das seine Klauen zum Angriff bereit hatte und darauf wartete, das es nahe genug an dem Schwarzhaarigen dran war, um zuzustoßen.

Die Gefahr die von der Harpie ausging und zunehmend wuchs, desto näher sie kam, schien er gar nicht wahrzunehmen. Erst als sein Dolch das geflügelte Wesen verfehlte und dieses ihn am Arm packte, die langen Klauen durch die lederne Jacke in die Haut stieß, schien sich sein Verstand wieder zu melden. Obwohl er so schnell war hatte dieses Wesen ihm ausweichen können und ihn gleichzeitig am anderen Arm gepackt und würde wohl auch nicht loslassen. Stattdessen drückte sie noch stärker zu und erstes Blut sickerte durch den Stoff, verfärbte ihn rot und so wie sich der Schmerz im Körper von Kagé verbreitete, verbreitete sich auch erste Angst in ihm. Er hatte in seiner sturen und leichtsinnigen Art sich selbst überschätzt.

„Verdammt!“, stieß er hervor und kniff schmerzhaft die Augen zusammen, als plötzlich das Ungetüm einen schrillen Schrei ausstieß und ihn losließ. Überrascht fiel der Schwarzhaarige zu Boden und riss seine grauen Augen wieder auf. Das Bild, welches sich ihm jetzt bot, fesselte ihn nahezu.

Hikari hatte sich der Harpie angenommen und die wortkarge ernste Frau schien mehr zu können, als nur einen jungen Dieb zu belehren. Geschickt wich sie dem erneuten Angriff des gefiederten Monsters aus, bevor sie mit fast schon monotoner Stimme ausländisch klingende Worte von sich gab. Erst mit den letzten beiden Worten, die anders als die zuvor waren, nahezu als Schrei ihre Kehle verließen, griff sie die Harpie an.
Die Kraft mit der ihr Schlag die Flügel des Ungeheuers zerrissen und es leblos zu Boden stürzen ließ, ließen selbst den Boden für kurze Zeit zittern und Kagé mit offenem Mund staunen. Dann ließ sich Hikari offensichtlich erschöpft zu Boden sinken, bevor sie zu dem Schwarzhaarigen herübersah, der sie noch immer bewundert anstarrte. Erst als die Mundwinkel der Weißhaarigen zu zucken anfingen und sie schließlich in ein glucksendes Gelächter ausbrach, schaffte er es endlich, seinen Mund zu schließen und einen anderen Blick aufzusetzen.
Doch statt verärgert zu schauen, weil er ausgelacht wurde, musste er unwillkürlich grinsen. „Ich wusste gar nicht, dass du auch lachen kannst.“, meinte er und kurz hielt Hikari inne, bevor sie erneut lachen musste. „Ein Lächeln ist etwas Wertvolles, das ich nicht jedem schenke.“, schmunzelte sie. „Dann darf ich mich jetzt geehrt fühlen?“, ging Kagé sofort darauf ein. „Geehrt? Weil du so komisch aussiehst das ich lachen muss?“ Bisher hatte der Schwarzhaarige nicht bemerkt, dass er sich in seinem kurzen Anflug von Angst nicht nur Schmutz und Blut wirr im Gesicht verteilt hatte, was einen ziemlich dummen Eindruck auf diesem hinterließ, sondern dass er auch auf dem Kopf aussah wie ein einziges Vogelnest. „Aber du lachst!“, behaarte er weiter und die Weißhaarige nickte, bevor sie wieder einen etwas ernsteren Ausdruck annahm. „Ich denke, du kannst dich doch geehrt fühlen.“, meinte Hikari, während sie vom Boden aufstand und sich den Sand von den Sachen klopfte. „Oder denkst du nicht auch, dass ein Lächeln das Wertvollste ist, dass man einem anderen Menschen schenken kann?“
Dabei reichte sie dem jungen Dieb ihre Hand, um ihm beim Aufstehen zu helfen. Dieser schien kurz über ihre Worte nachzudenken, bevor er nickte und die angebotene Hand ergriff.

„Nun, dann lass uns nach Yuno gehen, denn du hast deine Lektion gelernt und darfst die Stadt der Weisen betreten, kleiner Schatzsucher!“, lächelte sie und schlug den Weg zur Stadt ein. Kagé tat es ihr gleich. Er würde nun sein Ziel erreichen, aber keinen Schatz dort vorfinden, denn er verstand jetzt, was der größte Schatz Midgards war…... Midgards wertvollster Schatz war das Lächeln seiner Menschen die in diesem Land lebten.




Anmerkungen:

Kagé = Schatten
Hikaru = Licht





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